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Nene-Evy, mein Aufbruch ins Leben ...

2018, es war an einem Dienstagmorgen, als ich beschloss, all meinen Mut aufzubringen, um ans Licht dieser Welt zu gelangen. Kaum hatte ich mein Vorhaben, also meine Geburt abgeschlossen, musste ich feststellen, dass ich kaum mehr sehen konnte als im Bauch meiner Mama. Die Redewendung „das Baby erblickte vor wenigen Stunden das Licht der Welt“ entspricht also nicht ganz den Tatsachen. Es war der 25 Juni an dem ich die wohltuende Wärme und eine fast schon beängstigende Stille eintauschte gegen eine kühle, mit Krankenhauslärm angereicherte Umgebung. Hier lag ich nun mit meinen 52 cm und 3,24 kg, die Nähe und Vertrautheit zu meiner Mama ließen mich erschöpft in meinen ersten „Freiluftschlaf“ fallen.


Ich war gerade mal 10 Stunden alt, als sich zwei sehr zwielichtige Gestalten über mein Bettchen beugten, um sogleich merkwürdige Laute von sich zu geben. Was soll das denn bitteschön für eine Sprache gewesen sein? Später erfuhr ich, dass es sich dabei um Oma & Opa gehandelt hatte. Opa fummelte unentwegt mit einem kleinen schwarzen Kästchen herum, fast lächerlich, wie er damit um mein Bettchen schlich. Ab diesem Zeitpunkt wurde ich Opa mit seiner Knipse nicht mehr los, egal was ich tat, dieses Klick-Klack war stets präsent. Wie auch immer, hier ist ein Beispiel, wofür dieses Ding gut war. Foto wird das genannt, mein Name ist Nene Evy und ich bin 10 Stunden alt auf dieser Aufnahme.


Nach 2 Tagen wurden Mama und ich in ein Fahrzeug von Oma & Opa verfrachtet, um angeblich unseren Wohnort zu wechseln. Dabei hätte ich mich schon beinahe an diesen penetranten Krankenhausgeruch gewöhnt. Unsere kurze Fahrt führte uns vom Krankenhaus Hietzing, über die Donau nach Kagran. Alles klar, ich bin also eine waschechte Wienerin. Ab diesem Zeitpunkt lebte ich mit Mama, Oma & Opa und Onkel Daniel unter einem Dach. Langsam gewöhnte ich mich an meine neue Umgebung und die damit verbundenen Eindrücke. Apropos Eindrücke, ab jetzt hatte ich viel damit zu tun, all die Geschehnisse rund um mich zu registrieren und aufzusaugen.


Zunehmend konnte ich mein Umfeld nun auch optisch immer besser ausnehmen, auch akustisch wurde ich ziemlich gefordert mit all den sinnlosen, gelegentlich doch auch interessanten Quietschtieren und Babyrasseln. Oh Gott, in späterer Folge ergibt das Berge von Plastikmüll, um den ich mich in Zukunft kümmern darf. Ab jetzt wird mir alles Mögliche vor Augen oder unter meine Nase gehalten, schau mal hier, riech mal da oder hör mal das, ging es den halben Tag. Zum Glück verbrachte ich die andere Hälfte des Tages mit schlafen, nicht auszudenken, wenn dem nicht so wäre. Mama nahm mich jetzt immer, natürlich im Kinderwagen liegend, mit zum Einkaufen, in den Park oder einfach nur zum Herumspazieren mit. Der Herbst verging so ähnlich wie im nette Filmchen „täglich grüßt das Murmeltier“ gezeigt wird. Meine Möglichkeiten diverser Wahrnehmungen wie Riechen, Höhren, Schmecken und in die Windeln krachen wurden zunehmend ausgeprägter und verfeinert. Parallel dazu, wuchsen meine Lebensfreude und eine ungezügelte Neugier auf mehr. Nein, nicht was das Windel befüllen betrifft.


Viel mitbekommen von meinen ersten Weihnachten habe ich nicht, nur so viel, dass diese auf dem Land in Omas & Opas Hütte abgehalten wurden. Für mich am interessantesten daran war, dass hier auch eine alte Frau namens Urli und 2 Katzen lebten. Ok, der bunt leuchtende Baum war auch recht nett anzusehen, auch die vielen Geschenke, welche allesamt eingepackt waren. Ich frage mich, warum wird etwas eingepackt, wenn man eh möchte, dass Beschenkte es sogleich wieder auspacken sollen? Auf jeden Fall gefällt es mir hier auf dem Land, die gute Luft und vor allem die zwei Katzen haben es mir angetan. Noch ahne ich nicht, dass schon bald große Veränderungen auf mich zukommen werden, davon mehr in meiner weiterführenden Timeline ...


 

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